Börsen im Blick

Was versteht man unter einer Börse und wie funktioniert sie. Gibt es mehrere Börsen und wofür eignen sie sich im einzelnen? Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Fakten rund um das Thema Börsen!

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Börse – Was ist damit gemeint?

An Börsen werden Preise für ein Handelsobjekt bestimmt. Die Begriffe Börsen oder Stock Exchange werden für Handels-Marktplätze und das Börsengebäude gleichermaßen verwendet. Börsen führen eine Vielzahl von Handelsaufträgen von Verkäufern und Käufern zusammen. Handelsobjekte sind hauptsächlich Wertpapiere, Rohstoffe, Devisen oder Derivate. Öffentliche Wahrnehmung erhalten Börsen, wenn ein bekanntes Unternehmen den Börsengang wagt (IPO).

Was sind Börsen und wie funktioniert der Börsenhandel?

Eine Börse verbindet Käufer und Verkäufer, ohne sich zu kennen oder persönlich zu treffen. Sie verhandeln den Preis über Wirtschaftsgüter, die sie an dem Marktplatz verkaufen oder kaufen möchten. Dies geschieht durch Abgabe eines Angebots oder einer Order.

Neben Singlebörsen, Börsen für Gebrauchtwagen oder Stellenbörsen gibt es auch für die unzähligen Finanzprodukte eigenständige Börsen mit Marktplätzen. Die bekanntesten Finanzprodukte und Wirtschaftsgüter an Handelsplätzen sind:

Was sind Börsen und wie funktioniert der Börsenhandel?
  • Aktien,
  • Anleihen und Geldmarktanlagen,
  • Fonds wie ETFs und Investmentfonds,
  • Rohstoffe wie Rohöl oder Edelmetalle wie Gold, Silber,
  • Derivate wie Futures und Optionen
  • Nahrungsmittel wie Getreide, Molkereiprodukte, Rinder und Schweine,
  • Digitale Vermögenswerte wie Bitcoin, Ripple, Lightcoin oder Ethereum.

Finanz-, Waren- und Termingeschäfte werden an unterschiedlichen Märkten transparent, fair und sicher gehandelt. Neben der Optimierung der Gewinne ist für die Händler das standardisierte Abwickeln und die Rechtssicherheit von größter Bedeutung.

Wie viele deutsche Börsen gibt es?

Die öffentlich-rechtlichen Börsen unterstehen der Aufsicht der Bundesländer. Mit dem Betreiben und Bereitstellen der notwendigen technischen und personellen Leistungen beauftragen die Länder einen Dienstleister. Beispielsweise beauftragte das Land Hessen die Deutsche Börse AG mit dem Betrieb der Frankfurter Wertpapierbörse.

Börsen betreiben häufig verschiedene Handelsplätze. Die Stuttgarter Börse bietet neben dem Wertpapierhandel die Terminbörse EUWAX und mit der Stuttgart Digital Exchange (BSDEX) den ersten Krypto-Handelsplatz an. In Hamburg betreibt die Hanseatische Wertpapierbörse einen Zweitmarkt für standardmäßig nicht börsengehandelte Investmentfonds, die Versicherungsbörse und eine Getreidebörse. In Europa regelt die EU-Kommission die Finanzmarkt-Regulierung beispielsweise über Mifid und Mifir. Die höchste europäische Börsenaufsicht ist die ESMA in Paris.

Wie viele deutsche Börsen gibt es?

Wie läuft ein Börsengang ab?

Der Börsengang, Going-Public oder IPO (initial public offering) ist ein Angebot der Aktien eines Unternehmens. Ob Start-ups, KMU oder bereits ein großer Konzern, Voraussetzung für den Börsengang ist die Zulassung zum Handel durch die betreffende Aufsichtsbehörde. Je nach Auswahl des Marktsegments DAX, MDAX, SDAX und weitere ist ein IPO an unterschiedlich strenge Bedingungen geknüpft. Üblicherweise organisieren und begleiten mehrere Investmentbanken (Konsortialbanken) wie die Deutsche Bank einen Börsengang. Das Ziel für ein IPO ist häufig: unbeschränkte Möglichkeiten der bankenunabhängigen Finanzierung langfristigen Wachstumes.

IPO versus Direktplatzierung

PO versus Direktplatzierung

Der Börsengang über eine Direktplatzierung unterscheidet sich fundamental von einem IPO. Bei der Direktplatzierung tauscht die AG bestehende Anteile in börsenhandelbare Aktien. Die Aktiengesellschaft erhält also kein zusätzliches Kapital über die Direktplatzierung. Der Zweck des Börsengangs neben Imagegewinn ist für die Eigentümer der einfache Verkauf von Geschäftsanteilen (Aktien) über die Börse. Für den Börsengang benötigt die AG keine Investmentbanken. Namhafte Aktiengesellschaften für eine Direktplatzierung waren Spotify und Slack.

8 Schritte zum IPO

  1. Gründung einer Aktiengesellschaft
  2. Vorbereitung Börsengang
  3. Aufbau fehlender Ressourcen
  4. Prospektprüfung
  1. Roadshow
  2. Bookbuilding und Emissionspreises
  3. Aktienzuteilung an Investoren
  4. Börsengang und erster Kurs (Erstnotiz)

Nach dem Läuten der Börsenglocke am Parkett erfolgt die Erstnotierung der Aktie an der Börse (Erstnotiz).

Welche Börsen gibt es?

Den Begriff Börse verbinden viele Menschen mit Aktienbörsen. Tatsächlich ist der Aktienhandel ein eher kleiner Teil des Finanzmarktes. Anleihenmärkte und der Devisenhandel (Forex) wickeln täglich bedeutend höhere Handelsvolumen ab. Moderne Handels-Marktplätze sind computergesteuerte Börsen. Die traditionellen Präsenzbörsen (umgangssprachlich Parkettbörse oder Pit) sind aufgrund der Digitalisierung weltweit auf dem Rückzug. Alle staatlichen Börsen haben eines gemeinsam: Sie sind regulierte Börsen mit festen Regeln.

Aktien und Wertpapierbörse
Aktien- und Wertpapierbörse

Aktien und Wertpapierbörse

An der Aktienbörse oder Wertpapierbörse werden Aktien, ETFs und einige Investmentfonds gehandelt. Frankfurt ist der größte deutsche Börsenstandort mit der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), Xetra, dem elektronischen Handelssystem und der EUREX. Betreiber der Frankfurter Wertpapierbörse ist die Deutsche Börse AG.

Ein Index repräsentiert einen Wertpapierkorb. Die Börsenindizes sind in Deutschland die Dax Familie. Sie beinhaltet den DAX 40, MDAX, SDAX und TecDAX. Der wohl älteste und bekannteste Index ist der Dow Jones von der Wall Street (US-Börse). Weitere Indizes sind der S&P 500, CAC 40, FTSE 100, Nikkei 225 und EURO STOXX 50. Anleger spekulieren über Derivate auf die Kursentwicklung der Börsenindizes. Die größte Marktkapitalisierung haben die US-Aktien.

Anleihen und Rentenmärkte

Bei Anleihen handelt es sich ebenfalls um Wertpapiere. Diese festverzinslichen Wertpapiere werden umgangssprachlich als „Renten“ bezeichnet. Der Zins erinnert an eine Rentenzahlung. Das Ausland verwendet den Begriff Bonds. Anleihen werden von staatliche Kreditnehmern und von Unternehmen angeboten.

Der Forex Markt
Der Forex Markt - Der größte Finanzmarkt der Welt

Der Forex Markt – Der größte Finanzmarkt der Welt

Devisen sind Ansprüche auf eine Zahlung in fremder Währung. Insbesondere löst der Import von Gütern und Dienstleistungen Devisennachfrage außerhalb des eigenen Währungsraums aus. Denn der Verkäufer erhält den Verkaufspreis üblicherweise in seiner Heimatwährung. Es werden Währungspaare wie US-Dollar gegen Euro, kanadischer Dollar gegen britischen Pfund oder Yen gegen den australischen Dollar getauscht.

Im Durchschnitt werden täglich 5 Billionen Dollar in einer Währung gekauft und gleichzeitig die andere Währung verkauft. Aufgrund der Zeitzonen handeln die Marktteilnehmer den Forexmarkt rund um die Uhr. Ein Netzwerk von Banken, Zentralbanken, international tätigen Konzernen, Brokern und Devisenmaklern ersetzt die Börsen. Forex ist ein OTC-Markt (Over-the-Counter).

Warenbörse

Die Warenbörse für die natürlichen Produkte

Die Warenterminbörsen wurden für die Landwirtschaft geschaffen. Neben Naturprodukten werden Rohstoffe, Industriemetalle, Mineralien und Nahrungsmittel an den Warenbörsen gehandelt. Produzenten und Großhändler treffen auf die Käufer aus der weiterverarbeitenden Industrie.

Absicherung

An einer Terminbörse handeln die Marktteilnehmer Geschäfte der Zukunft. Die handelbaren Finanzinstrumente sind Futures, Swaps, Forwards und Optionen. Diese werden zusammengefasst als Derivate bezeichnet. Ein Derivat ist ein von einem anderen Basiswert abgeleitetes Finanzprodukt (lateinisch derivare = ableiten). Derivate haben einen Kurs oder Preis, jedoch keinen inneren Wert. Sie werden im Gegensatz zu klassischen Wertpapieren direkt von den Terminbörsen und Banken ausgegeben. Bekannte Terminbörsen sind die deutsch-schweizerische EUREX aus Frankfurt, die LIFFE in London, die Chicago Mercantile Exchange (CME) und die Leipziger Energiebörse (European Energy Exchange, EEX).

Kryptobörsen und Bitcoinbörsen
Kryptobörse

Kryptobörsen und Bitcoinbörsen

Für den Krypto-Markt gibt es in Deutschland keine staatlich organisierten Börsen. Die Stuttgarter Börse eröffnete 2019 einen ersten Marktplatz unter der Aufsicht der Börse für digitale Vermögenswerte. Dort ist der regulierte Handel einiger Kryptoprodukte wie Bitcoin möglich.

FAQ

Sie haben weitere Fragen? Hier finden Sie Antworten!

Im Wertpapier Depot verwahren und verwalten Sie Aktien, Fonds oder ETFs. Bei Banken, vielen Direktbanken, sowie bei Online-Brokern eröffnen Anleger das Wertpapierdepot. Über Ihre verbuchten Käufe und Verkäufe erhalten Sie einen Depotauszug mit dem Wert aller Anlagen und Kosten. Für die Transaktionen und Ihres Geldguthabens benötigen Sie ein Referenzkonto wie Ihr Girokonto oder Tagesgeldkonto. Das Wertpapierdepot eröffnen Sie bequem online oder mit schriftlichem Antrag.

Ziemlich neu ist der Börsengang über ein SPAC in Deutschland. In Amerika hinterlassen SPACs deutliche Spuren und erzielen Aufmerksamkeit. Hierbei handelt es sich um einen Firmenmantel. Diese SPACs sind nach dem IPO börsennotiert, bevor sie mit möglichst erfolgreichen Unternehmen gefüllt werden.

Das für Akquisitionen benötigte Kapital wird bei Anlegern durch Verkauf von Aktien eingesammelt. Die beteiligten Anleger vertrauen auf das Gespür des SPAC Gründers (Sponsor), dass dieser aussichtsreiche Investments findet. Das gekaufte Unternehmen nutzt eine Abkürzung zum Börsengang und benötigt kein IPO. An der Börse Frankfurt gab es 2021 vier IPOs von SPACs. Jedoch war das Jahr 2021 für die Anleger kein profitables SPAC Jahr. Alle vier SPACs lagen am 31.12.2021 teilweise deutlich im Minus.

Private Anleger haben keinen unmittelbaren Zugang zur Börse. Um an der Börse aktiv zu sein, bedienen sich Privatpersonen eines zugelassenen Handelsteilnehmers, eines Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstituts. Üblicherweise sind das Banken und Sparkassen, Broker, Investmentgesellschaften und große Unternehmen mit Zulassung ab einer vorgegebenen Kapitalstärke. Eine Handels-Zulassung der Börse ermöglicht die Übermittlung von Aufträgen (direkter Marktzugang).

An jeder Börse geben unterschiedliche Personen und professionelle Anleger Kauf- und Verkaufsangebote über ihre Dienstleister und Makler ab. Durch Angebot und Nachfrage gibt es in jeder Sekunden weltweit unterschiedliche Kurse. Vereinfacht gilt, umso höher das Handelsvolumen einer Aktie an einer Börse, umso fairer der Kurs. So wird der DAX am fairsten an der größten Wertpapierbörse Deutschlands in Frankfurt gehandelt.

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