Wertpapierbörse Deutschland

Wie genau Wertpapiere an der Börse gehandelt werden, ist Ihnen noch nicht so ganz klar? Keine Sorge, hier erfahren Sie, was die deutsche Wertpapierbörse ist, wie sie funktioniert und welche Wertpapiere es gibt. Mit diesen Informationen sind Sie auf dem neuesten Stand!

Startseite > Börse > Wertpapierbörse

Die deutsche Wertpapierbörse

Die deutsche Wertpapierbörse

Die deutschen Wertpapierbörsen sind öffentlich-rechtliche Institutionen. Privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen leiten die Wertpapierbörsen. Als originären Aufgaben organisieren und überwachen die Trägerunternehmen den Börsenhandel. Das aktualisierte Börsengesetz von 1896 ist die Grundlage für den Aufbau der Börsen, Ablauf von Börsengeschäften und der Börsenaufsicht. Eine vereinfachte Definition: Die Börse ist der TÜV für Wertpapiere. Alle Wertpapierbörsen konkretisieren den Börsenhandel und die Zulassung durch eine Börsenordnung. Computerbörsen haben den klassischen Parketthandel zwischen Händlern überwiegend verdrängt.

Was ist eine Wertpapierbörse?

Unter den verschiedenen Börsen ist die Aktienbörse wohl die bekannteste. An der Wertpapierbörse ist der Aktienhandel nur ein Segment neben anderen Wertpapieren. Die Börse versorgt gemeinsam mit dem Bankensektor die Wirtschaft mit Kapital. Dies geschieht am Kapitalmarkt durch IPOs (Going-public von Emittenten) auf dem Primärmarkt. Über den Sekundärmarkt wird ein kostengünstiger Wertpapier-Marktplatzes für Käufer und Verkäufer bereitgestellt.

Welche Wertpapiere bieten Börsen an?

Das Angebot umfasst Vermögenswerte wie:

  • Aktien
  • Staats- und Unternehmensanleihen
  • Zertifikate
  • Optionsscheine
  • Investmentfonds
  • ETFs (Exchange Traded Funds – Börsengehandelte Fonds)
  • ETCs (Exchange Traded Commodities – Rohstoffe)
  • ETNs (Exchange Traded Notes – Inhaberschuldverschreibungen)
Welche Wertpapiere bieten Börsen an?

ETF, ETN und ETC werden zusammengefasst unter ETPs. Diese Exchange Traded Products sind börsengehandelte Produkte. Bei Zertifikaten wie ETNs und ETCs erwirbt der Käufer keine Eigentums- und Aktionärsrechte. Sie genießen nicht den Schutz von ETFs oder Investmentfonds als Sondervermögen der Emittenten. Stiftungen können ebenfalls am Kapitalmarkt aktiv werden. Die Fielmann AG ist eine an der Wertpaspierbörse handelbare Aktie, die zu 51 % der Familienstiftung Fielmann gehört.

Was sind die Börsenplätze Deutschlands?

Deutschland verfügte einmal über 27 Börsen. Aktiv haben elf eine Zulassung als Wertpapierbörsen, Terminbörsen oder Warenbörsen. Die ersten deutschen Börsen Augsburg und Nürnberg aus dem Gründungsjahr 1540 sind nicht mehr darunter. Außer der Computerbörse Tradegate Exchange und der Frankfurter Wertpapierbörse gelten die weiteren inländischen Wertpapierbörsen als Regionalbörsen. Sie fördern die regionalen Aktiengesellschaften, die die strengen Anforderungen an eine nationale Börse nicht erfüllen. Die acht Wertpapierbörsen spezialisierten sich auf Zielgruppen und bieten ihren Kunden unterschiedlichen Service und Dienstleistungen an:

Was sind die Börsenplätze Deutschlands?
  • Anzahl der Ordertypen
  • Regionaler Index
  • Spezialisierung auf einzelne Wertpapiergattungen
  • Handelszeiten
  • Elektronische Handelssysteme / Computerbörsen
  • Ordergebühren
  • Anzahl Wertpapiere
  • Liquidität
  • Ausführungssicherheit und Bestpreis-Garantien
  • Überwachter Handel / Kundenorder (Skontroführer)

Die Börsenplätze im Detail

Die Börse Berlin ist eine der ältesten Wertpapierbörsen in Deutschland und befindet sich seit 2019 im Besitz der Tradegate Exchange GmbH. Sie gilt als Spezialist für Auslandsaktien und festverzinslichen Wertpapieren. Neben dem Xontro-Marktplatz bietet Berlin den elektronischen Marktplatz Equiduct an.

Handelszeiten: 8:00 – 20:00 Uhr (Equiduct 9:00 – 17:30 Uhr)
Eigener Index: keinen

Berliner Tradegate Exchange

Die BÖAG Börsen AG betreibt seit 2017 als Trägerunternehmen die Börse Düsseldorf AG. Als Regionalbörse konzentriert sich Düsseldorf auf Wertpapiere von Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Über den Primärmarkt entstand 2010 eine Mittelstandsplattform für Wertpapiere mit Erstlisting an der Börse Düsseldorf (Freiverkehr). Die Computerbörse Quotrix gibt Kunden Bestpreisgarantien oder Referenzmarktgarantien. Eine Kooperation mit Lang & Schwarz (LS Exchange) ermöglicht den außerbörslichen Handel. Der TÜV Rheinland bestätigt seit vielen Jahren die mangelfreie Einhaltung der garantierten Leistungen. Das Angebot der Hanseatische Wertpapierbörse Hamburg der Fondsbörse für Erst- und Zweitmarkt geschlossener Fonds wird mit angeboten.

Handelszeiten: 8:00–22:00 Uhr (Anleihen 8:00–17:30 Uhr)
Eigener Index: bis 2015 den NRW-MIX

Börse Düsseldorf

Die FWB gilt als deutsche Leitbörse. Sie wickelt über Xetra (exchange electronic trading) und dem Spezialistenhandel (früher Parkettbörse) bis zu 90 Prozent des gesamten Umsatzes mit Aktien- und ETFs in Deutschland ab. Investoren erwarten über die Handelsplattform Xetra die fairsten Kurse für DAX Werte. Das Xetra-Orderbuch für Einzelwerte nutzen Privatanlegern kostenfrei.

Handelszeiten: 8:00–22:00 Uhr (Xetra 9:00–17:30 Uhr)
Eigener Index: DAX 40, MDAX, SDAX, TecDAX, CDAX, DAXplus Family 30-Index, GEX

Frankfurter Wertpapierbörse

Niedersachsens Börsenaufsicht wählte die BÖAG Börsen AG als Trägergesellschaft für die Börse Hannover. Die BÖAG betreibt die Hanseatische Wertpapierbörse und die Börse Düsseldorf. Alle drei Börsenstandorte bestehen selbständig nebeneinander und nutzen anstelle des Parketthandels den Skontroführer-Handel. Der Börsenplatz Hannover bietet den Kauf von Investmentfondsanteilen zum Rücknahmepreis und Zugang zur Fondsbörse für Erst- und Zweitmarkt geschlossener Fonds an.

Handelszeiten: 8:00–22:00 Uhr
Eigener Index: Global Challenges Index, German Gender Index, bis 2020 den NISAX20

Börse Hannover

Die Wertpapierbörse Hamburg ist eine der vier Einzelbörsen der Hamburger Börse. Unter dem Dach der Hamburger Börse befindet sich die Versicherungsbörse, Getreidebörse und Allgemeine Börse. In einigen Segmenten gilt Hamburg als Marktführer. An der Wertpapierbörse werden seit 2002 Investmentfonds zum Rücknahmepreis gehandelt. Ein Alleinstellungsmerkmal sind nicht börsengehandelte Fonds im Zweithandel. Wertpapiere mit maritimem Bezug und Immobilien sind ein weiterer Schwerpunkt der Hamburger Börse.

Handelszeiten: 8:00–22:00 Uhr
Eigener Index: HASPAX

BÖAG BÖRSEN AG Trägergesellschaft

Zum Vergrößern anklicken

Die Börse München ist klein. Sie ist Heimatbörse zahlreicher DAX Aktiengesellschaften wie Allianz, BMW, Munich Re oder Siemens. Der Market-Maker Baader Bank unterstützt den Handel mit Liquidität. Ansässigen mittelständischen Unternehmen unterstützt die Wertpapierbörse München mit einem speziellen Marktsegment namens M:access. Die Münchner Regionalbörse stellt die Computerbörse gettex zur Verfügung.

Handelszeiten: 8:00–22:00 Uhr (Anleihen 8:00–20:00 Uhr)
Eigener Index: keinen

Börse München

Deutschlands drittgrößter Handelsplatz für Wertpapiere ist die Stuttgarter Börse. Die Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e. V. ist alleiniger Eigentümer. Nicht alle an den Kapitalmarkt strebenden Unternehmen erfüllen die gesetzlichen Anforderungen des regulierten Marktes. Für diese bietet die Stuttgarter Börse einen vereinfachten Zugang über das Segment Freiverkehr Plus. Der Market-Maker Baader Bank sorgt für die Liquidität am Markt. Zur Stuttgarter Börse gehört die Terminbörse EUWAX.

Handelszeiten: 8:00–22:00 Uhr
Eigener Index: keinen

Stuttgarter Wertpapierbörse

Tradegate Exchange entwickelte das erste außerbörsliche elektronische Handelssystem für Wertpapiere mit sofortigen automatischen Ausführungen. Trägergesellschaft ist die Tradegate Exchange GmbH, die mehrheitlich der Deutschen Börse AG. Weitere Ankeraktionäre sind der Verein Berliner Börse e. V. und die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank.
Tradegate besitzt eine Zulassung im Sinne der Finanzmarktrichtlinie und ist spezialisiert auf den Wertpapierhandel für Privatanleger. Tradegate tritt auch als Market-Maker auf und erzielt nach Information der Wirtschaftswoche circa 80 Prozent des Umsatzes als Dealer (Eigenhandel Finanzinstitut). 2009 wurde Tradegate Exchange in Deutschland die erste seit dem Jahr 1861 zugelassene Wertpapierbörse.

Handelszeiten: 8:00–22:00 Uhr (Anleihen 8:00–20:00 Uhr)
Eigener Index: keinen

Tradegate Exchange

So funktioniert der Handel an der Wertpapierbörse

Der Handelsprozess

Wertpapierbörse in Frankfurt

Die Frankfurter Wertpapierbörse AG (FWB) ist die Referenzbörse und Leitbörse für Deutsche Aktien und ETF. Als Trägerunternehmen beauftragte das Land Hessen die Deutsche Börse AG für die öffentlich-rechtliche FWB. Der Parketthandel der Börse Frankfurt ist mangels Nachfrage dem Spezialistenhandel gewichen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Xetra und andere Wertpapierbörsen

Xetra und andere Wertpapierbörsen

Das Hauptgeschäft wickelt die moderne elektronische Handelsplattform-Xetra für Investoren ab. Weltweit circa 200 Marktteilnehmer handeln den Kauf von Deutsche Aktien über Xetra. Die Wertpapiergeschäfte führt die Computerbörse automatisch auf der Plattform zusammen. Die Frankfurter Wertpapierbörse ist weltweit nach Definition Börsenumsatz die Nummer 11 und Europas größter Handelsplatz für ETFs. Die New York Stock Exchange (NYSE) oder Wallstreet ist die klare Nummer eins. Als größte Börse Europas erreicht die London Stock Exchange (LSE) weltweit den Platz acht.

Die Börsenordnung

Im Börsenrat der Frankfurter Wertpapierbörse sind Kreditinstitute und Versicherungen, Emittenten, Skontroführer und Anleger vertreten. Für Transparenz und das Feststellen ordnungsmäßiger Kurse sorgt die Geschäftsführung und Marktaufsicht. Die Börsenordnung am Frankfurter Börsenplatz regelt die Definition für den Prime Standard und General Standard. Unternehmen mit Zulassung im regulierten Markt wählen zwischen den beiden Segmenten Prime Standard und General Standard aus. Der Prime Standard stellt höhere Transparenzanforderungen. Den Freiverkehr bezeichnet die Börse Frankfurt als Entry Standard.

Sie wollen den DAX live verfolgen? Dann werfen Sie hier einen Blick auf die Börse während der Handelstunden!

FAQ

Sie haben weitere Fragen? Hier sind die Antworten!

An Wertpapierbörsen kaufen und verkaufen Sie neben Aktien, Anleihen und ETFs weitere Finanzinstrumente wie beispielsweise Edelmetalle oder Derivate. Geregelt ist dies in § 2 IV WpHG und § 2 II BörsG. Die Börsenordnung bestimmt über die Zulassung der handelbaren Finanzprodukte.

Xetra ist die elektronische Handelsplattform der Deutschen Börse AG. Das Xetra-System (exchange electronic trading) gilt als eines der modernsten Handelssysteme für Wertpapiere der Welt. Der hohe Umsatz mit deutschen Aktien und ETFs macht Xetra zum Referenzmarkt für den deutschen Markt. Ein liquider Handelsplatz sorgt für faire Preisfindung. Weltweite Marktteilnehmern bevorzugen Xetra für deutsche Wertpapiere. Für den Handel über Xetra bezahlen Investoren und Anleger Ordergebühren und Transaktionsentgelte. Die Handelszeit ist zwischen 9:00 bis 17:30 Uhr.

An Warenbörsen handeln die Teilnehmer Waren inklusive Energie. Die Warenbörsen unterscheiden sich anhand der verschiedenen Handelsgüter. Die gehandelten Kontrakte sind in Menge und Qualität standardisiert. Die Wertpapierbörse handelt ausschließlich Wertpapiere.

Unsere neueste Börsen-Artikel

Aktuell gibt es hier keine neuen Beiträge. Schauen Sie auf der Börsen-Übersicht vorbei. Vielleicht finden Sie dort passende Beiträge!

Kompetenzen

Kompetenzen

Sie möchten in die Finanzwelt eintauchen und sind auf der Suche nach wertvollen Informationen, die Ihnen dabei helfen, Ihr Know-how aufzufrischen? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Wissens-Artikel!

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen