Terminbörse – Was steckt dahinter?

Sie möchten erfahren, was eine Terminbörse ist, wie sie funktioniert und für welche Zielgruppe sie relevant ist? In diesem Beitrag bieten wir Ihnen einen ersten Überblick!

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Wie funktioniert eine Terminbörse?

Wie funktioniert eine Terminbörse?

An einer Terminbörse EUREX handeln die Akteure Finanztitel (Financial Futures) oder Waren (Commodity Futures) ausschließlich auf Termin. Der Vertrag (Terminkontrakt) wird durch die Marktteilnehmer (Kontrahenten) in der Zukunft (Future) erfüllt. Diese Terminkontrakte sind für Unternehmen eine effektive Preisabsicherung (Hedge) ihrer zukünftigen Lieferung mithilfe einer regulierten Börse.

Spekulanten nehmen mit Hebelwirkung durch eine niedrige Margin (Sicherheitsleistung) die Gegenseite ein. Bei DAX Aktien-Futures, Aktienindex-Optionen und Aktien-Optionen sind die Verfallstermine viermal im Jahr. Dieser Hexen-Sabbat (Englisch: Triple-Witching Hour) der Terminbörsen ist der dritte Freitag des dritten Monats eines Quartals, sofern dieser ein Börsentag ist. Andernfalls der davor liegende Börsentag. Die Hauptaufgabe der Terminbörse ist nicht der Warenaustausch, sondern Preise abzusichern und Gewinn durch Spekulationen zu erzielen.

Was sind Future Kurse?

Futures sind an den Terminbörsen nach Art und Güte, Größe, Lieferkonditionen, Tickgröße und Verfallsdatum standardisiert. Die Bedingungen variieren an den Börsen und unterschiedlichen Terminkontrakten. Der Handel der Futures findet anonym zwischen Verkäufer und Käufer über die Terminbörse mit einer Clearingstelle statt. Die Futures an den großen Terminbörsen wie EUREX, Chicago Mercantile Exchange oder Chicago Board of Trade (CBoT) beeinflussen die Marktpreise (Kassakurse). Denn der Future-Preis hat Einfluss auf die aktuelle Preisfindung.

Mit Futures auf Rohöl spekulieren

Der Kurs des Futures richtet sich nach dem Basisprodukt. Mit dem Kauf eines Futures „Long-Position“ auf Rohöl spekulieren Sie beispielsweise auf den steigenden Ölpreis. Die Terminkontrakte auf Rohöl haben einen monatlichen Verfallstermin.

Ist der Ölpreis in der Laufzeit gestiegen, erzielten sie am Verfallstag einen Gewinn abzüglich Gebühren und dem Spread. Sind Sie mit der Entwicklung des Ölpreises nicht zufrieden, verkaufen Sie Ihren Future an der Börse zum Kurspreis. Sie setzten auf fallenden Ölpreis? Dann handeln Sie auf dem Terminmarkt einen Future auf „Short“.

Mit Futures auf Rohöl spekulieren

Futures rollen und das Contango und Backwardation

Futures rollen und das Contango und Backwardation

Den Kauf eines Futures nach dem Verfallstag des bisherigen Futures nennt man das Rollen. In der Regel entstehen Rollgewinne (Backwardation) und Rollverluste (Contango), da der Future nicht mit identischem Preis startet. Damit Anleger nicht plötzlich Rohöl, gefrorenen Orangensaftkonzentrat oder Tonnen von Weizen abnehmen müssen, liquidieren viele Handelshäuser den Kontrakt zum Kurswert. Der neue Future wird benötigt, wenn über die Laufzeit hinaus die Position am Futures-Markt erhalten bleiben soll.

Futures mit Barausgleich (Cash Settled) sowie CFDs auf Futures, werden am Verfallstag ebenfalls glattgestellt. Ihrem Konto wird der Gewinn vergütet oder der Verlust belastet. Bereits geringe Kursbewegungen des Basiswertes führen zu hohen Gewinnen oder zu hohen Verlusten.

Warum ein Hedge mit Futures das Depot sichert

Das Hedgen mit Futures ermöglicht eine bestehende Position des Wertpapierdepots abzusichern, ohne sich von dem Finanzprodukt zu trennen. Der Verlust der abgesicherten Aktie (oder anderen Finanzprodukten) gleicht der Gewinn eines Aktien-Futures aus.

Wie funktioniert der Handel mit Futures-Kontrakten an der Terminbörse?

Mit einem sogenannten Professional Account spekulieren Anleger die Futures mit geringen Transaktionskosten und konstantem Hebel an der Terminbörse. Das einzuzahlende Margin beträgt wenige Prozent und ist abhängig vom Produkt, der Börse und des Brokers. Das macht den Terminhandel für alle Marktteilnehmern äußerst attraktiv:

  • Unternehmen sichern die Preise zukünftiger Lieferungen effektiv ab.
  • Spekulanten haben dank niedrigem Margin eine große Hebelwirkung in beide Richtungen.

Reicht das Guthaben auf dem Handelskonto nicht aus, gibt es ein Margin Call. Innerhalb einer festgelegten Frist muss der Händler Liquidität bereitstellen. Es besteht das Risiko, dass der Trade geschlossen wird. Das Verlustrisiko sowie die Gewinnmöglichkeit sind bei einem Terminkontrakt unbegrenzt.

Wie funktioniert der Handel mit Futures-Kontrakten an der Terminbörse?

Derivate im Überblick

Derivate werden börslich sowie außerbörslich (OTC) in verschiedenen Handelssystemen gehandelt. Für einige benötigen Sie ein spezialisiertes Handelshaus, da beispielsweise Privatanleger die Aktien-Futures nicht an der EUREX handeln können. Die häufig genutzten Derivate sind:

Mit dem Kauf einer Option sichert sich der Käufer das Recht, einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt und Preis zu erwerben. Der Zeitpunkt des Kaufs liegt immer in der Zukunft (Termingeschäft).

Bei CFDs (Contracts for Difference) spekulieren Anleger gegen ihren Broker auf die Kursentwicklung eines Basiswerts. Der Handel von CFDs findet außerbörslich über CFD-Broker statt. CFDs bilden Futures, ETFs, Anleihen, Aktien und Währungen nach. Es findet kein Handel an der Börse oder EUREX statt.

Mit einem Swap-Geschäft (Tauschgeschäft) auf Zinsen oder Währungen handeln Finanzakteure unterschiedliche Zinssätze beziehungsweise Währungen international aus. Über einen festgelegten Zeitraum gleichen die Kontrahenten die positive oder negative Wertentwicklungen aus.

Beim Forex Trading oder Devisenhandel werden Währungspaare gehandelt. Bereits geringe Kursbewegungen des Währungspaares führen durch Hebel zu hohen Gewinnen oder hohen Verlusten. Die Währungspaare werden in Majors (häufigsten gehandelte Währungen), Minors und Exotics unterschieden. Eine schlechte Liquidität, wie bei Exotics Devisenpaaren, verursachen einen höheren Spread.

Forward Rate Agreements (FRA) und Forward Deposits sind außerbörsliche Zinstermingeschäfte.

Mit Futures sichern sich Käufer das Recht, einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis zum festen Zeitpunkt zu erwerben. Durch einen Verkauf des Futures wird die Postion glattgestellt. Forwards werden außerbörslich gehandelt. Ein Weiterverkauf ist nicht vorgesehen. Durch die beiderseitige Verpflichtung sind es sogenannte unbedingten Termingeschäfte. Jedoch ein Future mit Barausgleich verpflichtet nicht zum Kauf der Ware.

Die Terminbörse CME bietet seit 2010 Micro Futures an. Im Verhältnis 1:10 ist der Handel der vier bekannten US Aktienindizes Dow Jones, Nasdaq, Russel und S&P500, sowie Gold und Bitcoin über die Micro E-Mini Futures möglich.

FDXM und FDXS sind Futures der EUREX Terminbörse (früher die DTB). Der Handel findet neben der Terminbörse weltweit über die Wertpapierbörsen statt. Ein Future erfordert einen hohen Kapitalaufwand für die Margin. Daher eignen sich die kleineren FDXM und FDXS speziell für erfahrene Privatanleger und kleinere Wertpapier-Portfolios.

Der Käufer eines Optionsscheins kann einen Basiswert innerhalb der Laufzeit und vereinbarten Menge zu einem festen Preis kaufen (Call) oder verkaufen (Put).

Banken bieten Zertifikate auf Basiswerte an. Der Kreativität der Emittenten sind keine Grenzen gesetzt. So ist der Handel auf Währungskörbe, Aktienkörbe, Aktienindizes, Anleihen oder Koppelung mehrerer verschiedener Finanzprodukte denkbar. Es ist üblich, eine Mindestwertsteigerung, Maximalverlust oder eine Höchstgewinnschwelle festzulegen (Partizipation).

Hier sehen Sie eine Musterberechnung für eine Margin mit der Anforderung eines Futures auf den DAX:

DAX-Future (FDAX) Mini-DAX-Future (FDXM) Micro-DAX-Future (FDXS)
Punktestand DAX 15.000 15.000 15.000
Wert des Kontrakts 25 Euro 5 Euro 1 Euro
Gehandeltes Volumen je Future 375.000 Euro 75.000 Euro 15.000 Euro
Laufzeit bis 9 Monate bis 9 Monate bis 9 Monate
Margin* 26.250 Euro 5.250 Euro 1.050 Euro

* Die Margin ist abhängig vom gewählten Broker

Derivate erklärt

Sie möchten mehr über Derivate erfahren? Dann schauen Sie sich dieses Video an. Dort wird genau erklärt, worum es sich handelt und was es zu beachten gilt.

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FAQ

Sie haben weitere Fragen? Hier sind die Antworten!

Der Optionspreis ist der Kaufpreis für den Erwerb einer Option (Optionsprämie). Der Ausübungspreis, der aktuelle Kurs, Volatilität und die Restlaufzeit (Verfallstermin) beeinflussen den Optionspreis.

Ein Derivat ist von dem Wert und der Entwicklung eines Handelsproduktes abhängig. Das Finanzinstrument wird abgeleitet (lateinisch: derivare) von diesem und ist eine Wette auf die Wertentwicklung. Die üblichen Handelsprodukte (Basiswerte) sind Anleihen, Aktien, Devisenpaare, Emissionszertifikate, Handelswaren, Indizes, Kennzahlen (u. a. Inflation, Volatilität, Wetter), Kryptoanlagen, Ratings, Rohstoffe oder Zinsen.

Mit diesem Finanzinstrument partizipieren Sie an einer positiven oder negativen Entwicklung am Kapitalmarkt, ohne den Basiswert zu besitzen. Der geringere Kapitaleinsatz für ein Derivat ermöglicht, den zugrundeliegenden Basiswert überproportional zu hebeln.

Im Gegensatz zur Warenbörse muss das Derivat nicht bis zum Termin gehalten werden. Am Forex Markt werden beispielsweise Devisenpaare rund um die Uhr gehandelt und können jederzeit veräußert werden. Der Handel außerhalb der Börsenzeiten ist möglich (OTC). Unbedingte Termingeschäfte werden zur Fälligkeit erfüllt, bedingte Termingeschäfte können verfallen. Zum Ausgleich erhält der Verkäufer die (Options-) Prämie.

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