Bei der New York Stock Exchange handelt es sich um die weltweit größte Wertpapierbörse auf der gesamten Welt. Die als NYSE abgekürzte Börse befindet sich in New York an der Straße „Wall Street“. Mit dieser Bezeichnung ist der Handelsplatz rund um den Globus bekannt. An der Börse werden mehr als 2.200 Unternehmen gelistet, welche an jedem Werktag zwischen 9.30 Uhr und 16.00 Uhr Ortszeit gehandelt werden können. Dieser Handelsplatz ist oftmals ein Einflussfaktor auf das Börsengeschehen in der gesamten Welt.
In dem folgenden Artikel werden Sie alles Wissenswerte rund um die New York Stock Exchange erfahren.

Die Geschichte des Handelsplatzes NYSE:

Der Startpunkt des Markes von Wertpapieren lag in der Finanzierung der Schulden, resultierend aus dem Unabhängigkeitskrieg von Amerika (1775 – 1783). Der Spekulant von Böden, William Duer, Gründer der Bank of New York, ging 1792 Pleite. Damit wurde die älteste Bank von nahe an die Insolvenz geführt. Der Mitbegründer der Bank, Alexander Hamilton, erwarb Aktien zurück, um damit eine Kursstabilisierung zu erreichen. Somit konnte die Insolvenz verhindert werden. Gleichzeitig war die Bank of New York das erste Unternehmen, welches an der Börse von New York gehandelt wurde.
24 Aktienhändler legten mit der Unterzeichnung des Buttonwood Agreement den Grundstein für die Börse in New York. Dabei gab es die Verpflichtung, dass Käufer mindestens 0,25 Prozent Provision für den Erwerb und die Veräußerung von Handelspapieren entrichten müssen. Der 1792 per Gesetz zur offiziellen Währung ernannte US-Dollar wurde als Handelswährung an der Wall Street festgelegt.
Der Handel startete mit fünf Wertpapieren. Der Ablauf des Handels fand täglich in einer Vormittags- und Nachmittagssitzung statt, zu denen die Händler Gebote abgeben konnten.
Mit der Gründung einer formellen Organisation im Jahr 1817, dem New York Stock & Exchange Board, wurden auch diverse Reglementierungen vorgenommen. In den folgenden Jahren wurde das Spektrum von Handelspapieren deutlich erweitert. Nach zwei Banken und drei Staatsanleihen zum Start, waren es ab 1830 insbesondere die Eisenbahngesellschaften, die an der Börse gelistet wurden. Mit der Industrialisierung stieg die Bedeutung der Eisenbahnen, welche auch das Handelsgeschehen bestimmten.
Ein Großbrand 1835 beeinträchtigte auch das Gebäude der Wall Street. Der Handel fand jedoch weiterhin statt, teilweise auch direkt auf den Straßen der Stadt. 1837 kam es zu einem Verbot des Handels mit Aktien auf den Straßen New Yorks.
Mit der Einführung von Telegrafen im Jahr 1844 war es erstmalig auch Händlern aus anderen Städten möglich, Aktien an der Wall Street zu kaufen bzw. verkaufen.
Die Bezeichnung New York Stock Exchange erhielt das Handelszentrum erstmals am 29. Januar 1863. Nach der Einführung des Telefonkabels intensivierte sich die Kommunikation mit London und kurz darauf folgte die Einführung des Börsentickers. Mit diesem Instrument wurde die Übermittlung von Nachrichten komplett neu gestaltet, sodass Händler die Option hatten, die Preise der Wertpapiere unabhängig vom Standort einzuholen.
Der „schwarze Freitag“ am 24.09.1869 war das Resultat aus Spekulationen mit Gold. Die Kraft und möglichen Auswirkungen der Börsengeschäfte an der NYSE zeigten sich daraufhin mit dem Stopp des freien Handels und der Finanzkrise in den USA.
Erstmals komplett ausgesetzt wurde der Handel für zehn Tage im September 1873 nach der Insolvenz des Kreditinstitutes Jay Cooke & Company. Im Jahr 1884 folgte eine weitere schwere Bankenkrise in New York. Mit der Ausgabe von Darlehensscheinen mit hohen Zinssätzen wurde viel Kapital in den Markt überführt, sodass es wieder zu einer Beruhigung kam.
Während dieser Krise der Banken wurde durch Charles Dow erstmals ein US-amerikanischer Index von Aktien veröffentlicht. Bei dem aus elf Werten bestehenden Index war die Intention, dass sich die Investoren einen Überblick über das aktuelle Börsengeschehen machen konnten, ohne dabei ausschließlich von einem Einzelwert abhängig zu sein. Mit zwölf Aktien von Eisenbahngesellschaften und zwei weiteren Aktien von Industrieunternehmen zeigte sich in der Zusammensetzung die Verteilung der Prioritäten.
Im Jahr 1893 gab es eine weitere Panik an der New York Stock Exchange. Viele Unternehmen mussten Konkurs anmelden. Gründe dafür waren unter anderem der historische Tiefststand der Goldreserven der USA auf ca. 100 Millionen US-Dollar und die damit verbundene Sorge einer potenziellen Abwertung der Währung von Amerika. Im Resultat ging bis Ende 1893 ca. 15.000 Firmen pleite, wodurch es zu einer vierjährigen Depression im gesamten Land kam.
Im Jahr 1896 gründete Charles Dow einen weiteren Index – den Dow Jones Industrial Average. Kurz nach der Gründung des weiteren Index wurde der Dow Jones Average um die Unternehmen aus dem Industriesegment bereinigt und in den Dow Jones Railroad Average benannt. Da der Index fast ausschließlich aus Eisenbahnunternehmen bestand, führte diese Anpassung der Bezeichnung zu einer optimierten Transparenz in Bezug auf die tatsächlich integrierten Wertpapiere.
Im Jahr 1903 gab es einen Umzug der NYSE in das Gebäude der Wall Street 11. In diesem Gebäude befindet sich der Handelsplatz bis heute.
Während des Jahresverlaufs 1907 gab es wieder einmal Verwerfungen an der NSYE. Der Geschäftsmann John Pierpont Morgan stellte in diesem Zusammenhang viel Kapital zur Verfügung, um die Kurse zu stabilisieren. Im Resultat verlor der Dow Jones Index bis zum Jahresende 1907 fast vierzig Prozent an Wert. Eine Konsequenz der Kreditbeschaffungsprobleme war anschließend 1913 die Gründung der US-Notenbank.
Eine mehr als viermonatige Schließung der Börse während des ersten Weltkrieges war der bisher längste Zeitraum ohne Börsenhandel seit der Eröffnung.
Ab dem 04. Oktober 1916 wurden in dem Wall Street Journal zwanzig Aktien in dem Dow Jones Index gelistet. Im Jahr 1982 erfolgte eine erneute Anpassung, sodass seitdem dreißig Aktien Bestandteil des bekanntesten Index sind.
Im Folgejahr gab es den folgenreichsten und wohl weltweit bekanntesten Börsencrash. Der in Europa oft als „Schwarzer Freitag“ bekannte Tag, war in Amerika tatsächlich der Black Thursday („Schwarzer Freitag“). Aufgrund der Zeitverschiebung gibt es diese unterschiedliche Ausprägung zwischen den Kontinenten. An diesem 24.10.1929 brachen die Börsenkurse extrem stark ein. Aufgrund der vielen Käufe auf Basis von Krediten waren viele Anleger innerhalb eines Tages hoch verschuldet. Der Schwarze Freitag 1929 gilt als Hauptauslöser der weltweiten Wirtschaftskrise. Der Kurverfall dauerte noch viele Tage. Am Tiefpunkt des fallenden Marktes, welcher erst im Juli 1932 erreicht war, hatte der Index fast 90 Prozent verloren. Das Ergebnis dieser Entwicklung war der Einsatz der Börsenaufsicht, der United States Securities and Exchange Commission (SEC).
Im Jahr 1933 gab es den besten Handelstag des Dow Jones mit einer Steigerung von 15,34 Prozent.
1938 wurde das Mitglied des Verwaltungsrates Richard Whitney verhaftet. Ursache war der nachgewiesene Betrug einiger Kunden um hohe Geldbeträge. Mit seiner Bankrotterklärung erfuhr die Öffentlichkeit von Schulden über eine Höhe von ca. 6,5 Millionen US-Dollar. Der frühere Präsident der Börse von New York war eine Institution, weswegen dieser Skandal bis heute einer der Tiefpunkte in der Geschichte der New York Stock Exchange darstellt.

Die Einführung des NYSE Composite wurde im Jahr 1965 vollzogen. Damit wurden erstmals alle Unternehmen an dem Handelsplatz in einem Index zusammengeführt.
1967 folgte eine Demonstration im Gebäude der Börse, woraufhin die Börse Barrieren errichtete, um künftig Demonstrationen zu verhindern.
Die Gründung der New York Futures Exchange ermöglichte die Abwicklung von Termingeschäften. Somit konnten 1982 erstmals mehr als 100 Millionen Aktien gehandelt werden.
Der „Schwarze Montag“ am 19.10.1987 konnte nicht wie viele andere Crashs zuvor auf ein besonderes Ereignis zurückgeführt werden. Der Dow Jones Industrial Average sank innerhalb kürzester Zeit um mehr als 22 Prozent bzw. 500 Punkte. Um diese Entwicklung für die Zukunft ausschließen zu können, wurde durch die Börsenaufsicht entschieden, den Handel bei einem Rückgang von mehr als 350 (für eine halbe Stunde) bzw. 500 (für eine Stunde) Punkten innerhalb kurzer Zeit auszusetzen. Im Jahr 1997 erfolgte erstmalig die Unterbrechung von einer Stunde.
Mit den Terroranschlägen 2001 wurde der Handel an der NYSE erneut ausgesetzt und nach vier Tage mit einem Verlust von über sieben Prozent wieder gestartet.
Zwei Jahre später folgt die Kooperation mit der NASDAQ. Aufgrund dieser Konstellation konnte das tägliche Handelsvolumen auf ca. 45 Milliarden US-Dollar erhöht werden.

Die New York Stock Exchange aktuell:

Die NYSE wird seit dem Jahr 2006 selbst als Unternehmen an der Börse gelistet. Seit der Zusammenführung mit der Börse Euronext zu der „NYSE Euronext“ im darauf folgenden Jahr handelt es sich dabei um die erste transatlantische Börse rund um den Globus. Bei den weltweit bekanntesten Vertretern der New York Stock Exchange handelt es sich um die Indizes Dow Jones und S&P500. In diesen Börsenindizes sind auch die wertvollsten Unternehmen der Welt enthalten. Mit Apple, Microsoft, IBM und Alphabet sind neben den klassischen Werten wie bspw. Pfizer, Walmart oder Coca Cola auch vielen Unternehmen enthalten, welche besonders in den letzten Jahren eine deutlich steigende Marktkapitalisierung erhalten haben. Auch Firmen aus Europa und Deutschland werden an der Wall Street als Zweitnotiz gelistet. Das tägliche Handelsvolumen an der weltweit größten Börse liegt bei mehreren Milliarden US-Dollar.
Seit dem 25.05.2018 wird die NSYE erstmals von einer Frau in der Funktion der Präsidentin vertreten. Stacey Cunningham, zuvor Chief Operating Officer von Intercontinental Exchange, führt die Geschicke der Börse in alleiniger Funktion.

An welchen Tagen ist der Handel an der NYSE nicht möglich?

Wie an vielen anderen Handelsplätzen gibt es auch an der NYSE verschiedene Feiertage, an denen ein Handel nicht möglich ist:

– Neujahr
– Martin Luther King-Tag
– George Washingtons Geburtstag
– Karfreitag
– Memorial Day
– Unabhängigkeitstag
– Erntedankfest
– 1. Weihnachtsfeiertag.