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Der Fitnesstrend breitet sich seit Jahren weltweit rasant aus. Immer mehr Menschen legen Wert darauf, einen gesunden und durchtrainierten Körper präsentieren zu können. Egal, ob von zu Hause, draußen im Freien, im Fitnessstudio oder im EMS Studio – die Menschen schwitzen und rackern sich oft mehrmals in der Woche oder gar täglich ab, um ihre sportlichen Ziele zu erreichen. Damit einhergehend werden auch gesundheitsbewusste Ernährungskonzepte (wie etwa der Veganismus) und Nahrungsergänzungsmittel immer beliebter. Es gibt sowohl offensichtliche Profiteure wie Hersteller von Fitnessgeräten oder Fitnessstudioketten als auch indirekte Nutznießer wie Kleidungshersteller und Teile der Lebensmittelindustrie. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen eine Auswahl der weltweit stärksten Fitness Aktien aus den genannten Branchen vor.

Peloton

Zu den größten Corona-Profiteuren zählte definitiv Peloton. Innerhalb weniger Monate nach Ausbruch der Pandemie vervielfachte sich der Wert der Anteilsscheine. Das 2012 gegründete Unternehmen verdient etwa 80 % seiner Umsätze mit dem Vertrieb von Fitnessgeräten. Hierzu zählen sowohl Ergometer als auch Laufbänder. Die restlichen 20% der Erlöse stammen aus Abonnementgebühren für Live-Sportkurse, die die zahlende Kundschaft zum Teil auch ohne Peloton-Gerät absolvieren kann. Die Produkte von Peloton sind hochpreisig und dementsprechend im Premiumsegment angesiedelt. Sie zielen insbesondere auf Menschen ab, die beruflich bedingt nur wenig Zeit für Sport haben, darauf aber trotzdem nicht verzichten wollen. Die Anteilsscheine von Peloton litten dieses Jahr unter anderem durch eine Rückrufaktion für Laufbänder, nachdem diverse Unfälle mit Kleinkindern und Haustieren gemeldet wurden. Auch, wenn der Aktienkurs des aktuell noch nicht profitablen Unternehmens Year-to-date eine negative Rendite aufweist, sind die langfristigen Zukunftsaussichten gut. Davon ist zumindest Star-Investorin Cathie Wood von Ark Invest überzeugt, die in ihrem Next Generation Internet ETF über 1,6 Millionen Aktien von Peloton hält. Die Umsatzwachstumsrate von 100 % pro Jahr, die in den letzten drei Geschäftsjahren erreicht werden konnte, wird zukünftig aber wohl deutlich zurückgehen.

Nike & Adidas

Frau läuft durch den Wald - aus dem Artikel - Die stärksten Fitness Aktien weltweit
VIDEO – Joggen: 12 gängige (und vermeidbare) Anfängerfehler beim Laufen – FIT FOR FUN auf Youtube.com

Sehen und gesehen werden – dieses Motto gilt nicht nur im Nachtleben, sondern auch im Fitnessstudio oder EMS Studio. Gut sitzende und optisch ansprechende Sportbekleidung hilft vielen Trainierenden dabei, vollends motiviert bei der Sache zu bleiben. Neben dem Look ist natürlich ist auch die Funktionalität ein wichtiges Kaufkriterium der Kunden. Ganz vorne dabei in dieser Branche sind die beiden Schwergewichte Nike und Adidas, die daher auch zu den besten Fitness Aktien zählen. Beide profitieren von ihrem extrem breit aufgestellten Produktsortiment, dass sowohl Bekleidung jeglicher Art als auch Schuhe und Zubehör wie Bälle, Taschen, Tennisschläger und Co. für nahezu jede erdenkliche Sportart inkludiert. Beide Unternehmen machen den Großteil ihres Umsatzes mit Footwear und profitieren dabei stark vom Athleisure-Trend, also dem Einbinden von Sportmode in Alltagsoutfits. So gehören Sneaker mittlerweile im Alltag der meisten jüngeren Menschen zur absoluten Normalität. Die Corona-Krise hat sowohl Nike als auch Adidas hart getroffen. Die Umsätze sind durch Ladenschließungen im Offline-Vertrieb um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Mittlerweile haben Ladenlokale wieder geöffnet, entsprechend haben sich die Erlöse beider Firmen wieder erholt. Aktuell trüben Lieferkettenprobleme die Aufbruchstimmung etwas. Nike gab im Zuge der letzten Quartalsmeldungen an, dass sich die Lieferzeiten bei Bekleidungsstücken, die bekanntlich in Asien gefertigt werden, etwa verdoppelt hätten. Auch coronabedingte Werksschließungen machten Nike zu schaffen. Mittel- und langfristig ist aber davon auszugehen, dass sich die Lage diesbezüglich wieder entspannt.

The Gym Group

Regelmäßig das Fitnessstudio oder das EMS Studio aufzusuchen, zählt für viele sportbegeisterte Menschen zum Alltag dazu. Die breite Auswahl an Trainingsmöglichkeiten, die großzügigen Öffnungszeiten (oft 24 Stunden am Tag) und die soziale Interaktion mit Gleichgesinnten machen Fitnessstudios so beliebt. Davon kann man auch an der Börse profitieren. The Gym Group aus Großbritannien ist neben Planet Fitness und Basic-Fit eines der größten börsengelisteten Unternehmen im Bereich Fitnessstudios. Im Gegensatz zu Planet Fitness betriebt die Gym Group ihre Studios selbst. Ansonsten sind die Geschäftsmodelle sehr ähnlich zueinander. Zunächst werden größere Immobilien angemietet und mit eigenem Equipment ausgestattet. Neben den laufenden Mietkosten fallen Marketingkosten, Personalkosten in Form von Trainern, Servicekräften etc. und die Abschreibungen auf die Fitnessgeräte an. Das Ziel ist es nun, möglichst viele zahlenden Mitglieder zu gewinnen. Je mehr Mitglieder, desto höher die Skaleneffekte und desto rentabler ist das Geschäft, da die angesprochenen Kosten auf eine größere Menge an Leuten umgelegt werden können. Die Gym Group wurde durch die Corona-Pandemie hart getroffen. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent. Zum ersten Mal seit fünf Jahren wurde auch wieder ein Verlust ausgewiesen. Dieser betrug 37 Millionen britische Pfund (43,8 Millionen Euro). Aktuell stehen die Zeichen aber wieder auf Aufbruch. Bis Ende nächsten Jahres will man 40 neue Gyms eröffnen, was den Gesamtbestand an eigenen Studios auf 230 erhöhen würde.

Technogym

Jeder, der schon einmal in einem Fitnessstudio der bekannten Kette McFit trainiert hat, kennt die Fitnessgeräte von Technogym. Das italienische Unternehmen ist eines der renommiertesten Hersteller von fitnessbezogenem Equipment aller Art. Das Sortiment umfasst unter anderem Crosstrainer, Laufbänder, Indoor Bikes, Hanteln und Kraftstationen aller Art. Aktuell entfallen etwa zwei Drittel aller Umsätze auf das B2B-Segment, während das Geschäft mit Privatkunden das restliche Drittel ausmacht. Im Zuge der Corona-Pandemie gingen vor allem die B2B-Umsätze deutlich zurück, da bekanntlich weltweit Fitnessstudios vorübergehend ihre Pforten schließen mussten und somit auch weniger Neuinvestitionen tätigten. Aktuell verfolgt das mit einer Marktkapitalisierung von etwa zwei Milliarden Euro bewertete Unternehmen eine ähnliche Strategie wie Peloton. So fokussiert man sich vor allem auf das Geschäft mit Heimfitness-Geräten und hat, um diesen Bereich zu stärken, bereits eine App mit vielfältigen Live-Sportkursen an den Start gebracht. Diese Entscheidung scheint sich auszuzahlen, denn im Jahr 2021 ist das Wachstum im B2C-Bereich trotz der Wiedereröffnung vieler Gyms mit über 30 Prozent wesentlich stärker als das im Businesskunden-Segment mit etwa 15 Prozent. Sofern die Fitnessstudios zukünftig auch bei wieder steigenden Corona-Fallzahlen geöffnet bleiben, sollte sich der Wachstumskurs des Unternehmens weiter fortsetzen.

Garmin

Garmin, welches zwar offiziell in der Schweiz sitzt, allerdings operativ in den USA geführt wird, war früher vor allem für seine portablen Navigationsgeräte für Autos bekannt. Auch heute noch ist Garmin eines der führenden Unternehmen im Bereich der GPS-Geräte, allerdings hat man sich vor allem auf vier Bereiche spezialisiert: Fitnessgeräte (sogenannte Wearables), Outdoor (GPS-Geräte für Wanderer und Outdoor-Sportler), Marine (Navis für Boote) und Luftfahrt (Navis für Hubschrauber und kleine Flugzeuge). Insbesondere die Wearables und Outdoor-Geräte waren während der Corona-Pandemie 2020 äußerst gefragt und bescherten dem Unternehmen trotz Ausfällen im Luftfahrtbereich gute Geschäftszahlen. Durch speziell auf die Geräte abgestimmte Apps können Besitzer von Garmin-Geräten die erhobenen Daten noch genauer auswerten. Somit entsteht eine Win-Win-Situation: Die Kunden sind zufriedener und Garmin profitiert von einer stärkeren Kundenbindung. Garmin hat sehr gleichverteilte Umsatzanteile zwischen den genannten Segmenten und erreicht dadurch einen hohen Diversifizierungsgrad der Einkommensströme. Garmin wächst sowohl im Umsatz als auch im Gewinn seit Jahren konstant, zahlt eine Dividende von fast zwei Prozent pro Jahr und ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis fürs Jahr 2021 von etwa 25 vergleichsweise moderat bewertet. Auf lange Sicht müssen Aktionäre aber die Gefahr einer neuen Technologie, die das alte GPS-System ablöst und somit Garmins Burggraben auflösen würde, im Auge behalten.

Beyond Meat

Vegetarischer Burger - aus dem Artikel - Die stärksten Fitness Aktien weltweit
Vegetarischer Burger – mehr Informationen auf – BeyondMeat.com

Zu einem sportlichen Lebensstil zählt auch eine gesunde Lebensweise und damit einhergehend eine gesunde Ernährung. Denn das sich hochwertige und vitalstoffreicher Nahrungsmittel positiv auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirken, ist hinlänglich bekannt. Immer mehr Sportler entscheiden sich in diesem Zusammenhang für eine vegane Ernährung. Da der Konsum von Fleisch- und Milchprodukten sowie Eiern für Veganer entfällt, gibt es entsprechende Fleischersatzprodukte, um den für Sportler eminent wichtigen Proteinbedarf zu decken. Genau hier kommt Beyond Meat ins Spiel. Das US-amerikanische Unternehmen ist insbesondere für seine veganen Burger international bekannt. Mittlerweile hat man auch veganes Hack sowie Würstchen im Angebot. Dabei wirbt das Unternehmen offensiv mit den ethischen und klimabedingten Vorteilen des Fleischverzichtes. Kurz nach dem Börsendebut legte der Aktienkurs rasant zu und konnte sich fast verfünffachen. Aktuell ist von dem damaligen Hype aber wenig übriggeblieben. Das Aufkommen von mächtigen Konkurrenten im Segment der veganen Ernährung (z. B. Nestle), schwache Quartalszahlen sowie die Tatsache, dass schwarze Zahlen aktuell noch immer nicht in Sicht sind, sorgen dafür, dass die Jahresrendite aktuell negativ ist.

Celsius

Ein Unternehmen, welches bei Investoren außerhalb der USA noch unter dem Radar fliegt und daher beim Thema Fitness Aktien eher selten genannt wird, ist Celsius Holdings. Das Unternehmen stellt neben Nahrungsergänzungsmittel vor allem Energydrinks her, die sich bewusst von denen der übermächtig wirkenden Konkurrenten Red Bull und Monster unterscheiden. Denn Celsius verspricht mit seinen zuckerfreien Brausegetränken fitnessgerechten Genuss, der zudem bei der Erreichung sportlicher Ziele behilflich ist. Es gibt unter anderem eine Linie an Energydrinks mit Aminosäuren (BCAAs) und eine spezielle Pre-Workout-Sorte. Separate Nahrungsergänzungsmittel für diese beiden Zwecke werden somit obsolet. Allen Sorten gemein ist ein Fettverbrennungseffekt, der durch eine eigens in Auftrag gegeben Studie belegt werden konnte. Auch, wenn es durchaus kritikwürdige Punkte am Aufbau dieser Studie gibt, so scheinen die Kunden die Drinks zu lieben. Auf Amazon.com sind die Celsius-Drinks, die seit kurzem auch in Deutschland verfügbar sind, die Bestseller in der Kategorie Energydrinks. Dies spiegelt sich auch im fundamentalen Zahlenwerk wider. Seit 2017 beträgt das Umsatzwachstum 40 bis 70 Prozent pro Jahr. Aktuell hat sich das Tempo sogar beschleunigt und liegt etwa bei 100 Prozent. Zudem ist man bereits profitabel. Noch wesentlich beeindruckender ist allerdings die Entwicklung des Börsenkurses: Vor Corona kostete ein Anteilsschein etwa sechs USD; aktuell kratzt man an der 100 USD-Marke. Dies entspricht einem Wachstum von über 1500 %. Zurzeit scheint die Bewertung mit einem erwarteten Kurs-Umsatz-Verhältnis (von KUV) von etwa 26 aber sehr ambitioniert zu sein. Fraglich ist, ob das zukünftige Wachstum im aktuellen Tempo weitergehen kann, sodass Celsius in die Bewertung hineinzuwachsen vermag.