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In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich in Deutschland und anderen Ländern in Europa eine Ära, die man heute als die Zeit der Hyperinflation bezeichnet. Dieses Erlebnis prägte ganze Generationen unserer Mitbürger, so dass sich ihr Anlageverhalten zum Teil deutlich anders entwickelte als zum Beispiel das von amerikanischen Zeitgenossen.

Eine große Erkenntnis dieser Zeit war es, dass all jene ihren Reichtum behielten, deren Vermögen und Investments in Land und Immobilien angelegt war. Anleihen dagegen wurden entwertet. Im Rahmen der weltweiten Wirtschaftskrise schmolz zudem der Wert von Aktien und Fonds dahin, wenn die Firmen pleite gingen.

Anschließend überlieferten die Eltern ihre Erlebnisse an die Kinder und Enkel. Man bläute ihnen ein, dass Betongold das sicherste ist, was es auf der Welt gibt. Noch heute nutzen deshalb zahlreiche Deutsche eine Immobilie als Altersvorsorge. Sie gilt bei Anlegern als die beste Absicherung gegen Inflation. Sie generieren stabile Mieteinnahmen und ein paar zusätzliche Prozent Rendite, wenn man sie mit Wertsteigerung veräußert.

In Immobilien direkt Geld zu stecken ist nur leider etwas kompliziert. Viel Papierkram ist beim Erwerb erforderlich. Hinzu kommen zum Teil üppige Nebenkosten. Außerdem benötigt der Käufer Expertise in Sachen Marktpreis, so der Experte für Immobilienbewertung Dresden. Wer sich verschätzt, der erleidet böse Verluste. Ebenfalls nicht unerheblich: mit nur einem Objekt findet keine Diversifikation statt.

Kein Wunder, dass der Kauf von Grundstücken, Wohnungen und Häusern für eine ganz große Masse der Anleger nicht umsetzbar ist. Doch wo ein Bedarf ist, da kreieren Banken und Fonds-Gesellschaften nur allzu gerne ein passendes Angebot. Sie entwickelten Immobilienfonds, um ihren Kunden ein Äquivalent zum Kauf von Immobilien anzubieten.

Was sind Immobilienfonds?

Ein Immobilienfonds ist ein Fonds, der das Geld der Anleger entweder direkt in eine größere Anzahl von Immobilien investiert. Oder es ist ein Fonds, der in Firmen investiert, die sich mit dem Kauf, Verkauf oder der Vermietung von Immobilien beschäftigen. Innerhalb dieser Kategorie gibt es zahlreiche verschiedene Ausführungen:

Offene Immobilienfonds

Passende Immobilienfonds auf finanzen.net finden

Offenen Immobilienfonds sind Finanzprodukte, bei denen jeder Anleger zu jederzeit sein Geld einbringen darf. Sämtliche Geldzuflüsse werden dann direkt in neue Objekte bzw. Immo-Aktien investiert. Bei manchen können die Eigentümer die Anteile an der Börse sofort verkaufen.

Geschlossene Fonds

Bei geschlossenen Immobilienfonds dagegen wird eine bestimmte Geldmenge von Investoren eingesammelt. Sie wird dann in geeignete Produkte gesteckt. Anschließend werden keine neuen Investoren mehr aufgenommen. Es wird nur das Geld der vorhandenen Anleger vermehrt. Wer aussteigen will, der darf seine Anteile häufig nicht an der Börse veräußern, sonder muss sie dem Emittenten gegen einen Preisabschlag zurück verkaufen. Geschlossene Fonds gelten daher als etwas elitär und unflexibel.

Art der Immobilien

Manche Real Estate Produkte streuen ihr Geld in alle möglichen Klassen: Häuser, Wohnimmobilien, Lagerhäuser, Garagen, Grundstücke, Gewerbeparks usw. Andere beschränken sich auf Gewerbe oder eben nur Wohnungen.

All diese Klassen haben ihre eigenen Chancen und Risiken. Bei Bürohäusern zum Beispiel heißt es, dass die Rendite ein paar Prozent höher ist als bei reinen Wohnhäusern. Bricht aber irgendwann eine Wirtschaftskrise aus, dann fallen dort zahlreiche Mieten aus, während die Wohnungen fleißig weiter bezahlen.

Fonds mit regionaler Ausrichtung

Eine weitere Unterscheidung bei Immobilienfonds ist die Ausrichtung auf eine Region. Jeder Anleger hat bestimmte Vorstellungen davon, welche Märkte und Länder sich für eine Geldanlage besonders gut eignen, um langfristig hohe Renditen zu erzielen. Daher gibt es Produkte für alle möglichen regionalen Vorlieben. Es gibt Anbieter, die ein rein deutsches Immobilien-Portfolio unterhalten. Dann welche, die in europäische Objekte angelegt sind, in amerikanische, Asien, Afrika oder weltweit etc. Es gibt nichts, das es nicht gibt.

Bei internationalen Produkten ist die Streuung ganz besonders groß. Bei Investments üblicherweise ein Vorteil. Bei ihnen kommt in Sachen Rendite noch ein wichtiger Faktor hinzu: Währungskursveränderungen. Es gab Zeiten, da bekam man für einen Euro ungefähr 1,5 USD. Heute sind es nur noch circa 1,2 USD. Wer in seinem Investmentfonds viele Objekte aus Dollar-Ländern hatte, der bekam ein paar Prozent Rendite aus den Mieten und Wertsteigerungen. Verlor aber durch den veränderten Dollarkurs über die Jahr 20% an Wert.

Wer solche Risiken ausklammern möchte, für den empfiehlt es sich in Immobilienfonds zu gehen, die in europäischen Ländern aktiv sind, bzw. in Euro-Staaten. Dort sind auf jeden Fall einige sehr interessante Länder mit viel Potenzial dabei.

Wer sich für diese Anlagenklasse interessiert, für den haben wir eine kleine Übersicht von geeigneten Fonds zusammengestellt. Es handelt sich um die größten offenen Immobilienfonds für Europa.

Die größten Fonds für europäische Immobilien

Diese größeren Fonds für Euro-Immobilen stehen Anlegern zur Verfügung:

Deka-ImmobilienEuropa

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Der Deka-ImmobilienEuropa Fonds ist ein echter Titan mit seinen 17 Milliarden Fondsvermögen. Diesen offenen Immobilienfonds gibt es bereits seit 1997. Anteile lassen sich aufgrund der Masse problemlos an den Börsen handeln. Es besteht die Option ihn als Sparplan abzuschließen.

hausInvest

Über 16 Milliarden Euro konnte der hausInvest Fonds von Commerz Real einsammeln. Seit langer Zeit machen dort die Manager ihre Arbeit sehr gut. Auf 10-jahres Sicht konnten Anleger 25 Prozent Rendite einfahren.

Grundbesitz Europa RC

Aus dem Hause der deutschen Bank kommt der „grundbesitz europa RC“. Es handelt sich um einen offenen Immobilienfond mit einem Volumen von 9,7 Milliarden Euro

Swiss Life REF DE European Real Estate Living and Working

Die Swiss Life hat hier einen etwas kleinere offenen Immobilienfonds am Laufen. Allerdings ist der Fonds erst vor 3 Jahren aufgelegt wurden, so dass ungefähr 1 Milliarde Euro Anlagevolumen aufgelaufen sind. Wie der Name es sagt, wird dort sowohl in Wohnimmobilien in Top-Lagen als auch in Gewerbeimmobilien gestreut.

UBS (D) Euroinvest Immobilien

Ebenfalls aus der Schweiz kommt der UBS Euroinvest. Dieses Exemplar wurde erst 2019 für private Anelger freigeschaltet. Es handelt sich hier um den Fonds, der mit 28 Prozent Kurszuwachs in fünf Jahren als der beste für Gewerbeimmobilien gilt.

Fonds für Immobilien – worauf sollte man achten?

Immobilien aus Deutschland und Europa waren in den Jahren seit der Finanzkrise ein hervorragendes Mittel, um so richtig Kasse zu machen. Die Preise sind massiv gestiegen, die Mieten haben sich erhöht. Somit ist der Immobilienmarkt eine stabile Methode gewesen, um langfristig solide Einnahmen zu generieren.

Experten warnen jedoch davor sie blind zu kaufen. Immerhin wurde die Finanzkrise 2008 gerade deswegen ausgelöst, weil es eine riesige Blase bei amerikanischen Häusern gegeben hatte. Auch bei uns geht man nun davon aus, dass in den vergangenen Jahren die Nullzinspolitik der EZB die Preise getrieben hat. Sollte man sich dort irgendwann dazu entscheiden die Zinsen wieder anzuheben, dann sind massive Wertverluste möglich. Grund dafür ist, dass die Zinsen beim Kauf von Objekten eine Art Hebel mit Multiplikator darstellen. Zinserhöhungen verteuern Kredite massiv. Dementsprechend könnten sich auf einen Schlag viel weniger Menschen den Traum vom Haus oder einer Wohnung erfüllen. Bei einer drastisch sinkenden Nachfrage wiederum gehen die Preise massiv in den Keller.

Fazit: eine todsichere Form der Geldanlage gibt es leider nicht. Betongold ist nun einmal doch kein echtes Gold.

 

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise? – Wuestenrot.de