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Die größten börsennotierten Unternehmen für medizinische Geräte weltweit

Unter Medizintechnik versteht man die Anwendung ingenieurswissenschaftlicher Prinzipien und Kenntnisse auf den medizinischen Bereich. Die Anwendungsmöglichkeiten sind extrem vielfältig. Konkret helfen medizintechnischen Geräte in den Bereichen Diagnostik, Prävention, Behandlung, Chirurgie, Hygiene und Rehabilitation. Die Branche gilt bei Anlegern als beliebt, da sie weitestgehend unabhängig von Wirtschaftszyklen ist und noch reichlich Zukunftspotential bietet. Außerdem generieren die Unternehmen zum Teil wiederkehrende und somit planbare Zusatzumsätze durch regelmäßige Wartung der verkauften Geräte. Im folgenden Artikel über börsennotierte Unternehmen für medizinische Geräte gehen wir zunächst exemplarisch auf einige Geräte und deren Anwendung ein und stellen Ihnen anschließend die Top zehn Unternehmen vor. Diese sind in aufsteigender Reihenfolge nach den Umsätzen der jeweiligen Medizintechniksparten aus dem Jahre 2019 sortiert.

Drei exemplarische medizintechnische Geräte

Thermodesinfektor

Krankenhauskeime sind ein ernstes Problem. Schätzungen zufolge sterben alleine in Deutschland zwischen 20.000 und 40.000 Menschen an den gefährlichen Mikroorganismen. Die Bakterien werden durch Patienten, Personal und Besucher in die Krankenhäuser gebracht und vermehren sich etwa dann, wenn die Pflegekräfte aufgrund von Zeitknappheit zu wenig auf die Hygienevorgaben achten. Thermodesinfektoren kommen in Spiel, um die Einhaltung von Hygienestandards zu erleichtern. Man kann sich einen Thermodesinfektor wie eine große Spülmaschine vorstellen, in der diverse Instrumente wie etwa Endoskope gründlich und hygienisch gereinigt werden. Einer der Marktführer in diesem Bereich ist der nicht börsennotierte Haushaltsgerätehersteller Miele.

Computertomograph (CT)

Roboterchirurgie in der VAMED Mediterra Gruppe – vamed.com/de
Ein Computertomograph ist ein mit Röntgenstrahlung arbeitendes Gerät, mit dem dreidimensionale Patientenbilder erstellt werden können. CTs ermöglichen auch die Auswertung von Weichteilgewebe, also von Muskeln, Fett- und Bindegewebe. Dadurch sind für die moderne Diagnostik unentbehrlich geworden. Einer der ersten kommerziell erfolgreichen Computertomographen wurde von Siemens gefertigt.

Chirurgieroboter

Chirurgieroboter, das hört sich im ersten Moment nach Science-Fiction an. Tatsächlich beschäftigt sich das US-Unternehmen Intuitive Surgical bereits seit 1995 mit solchen Robotern. Die auf Forschungen des US-Militärs basierende Idee bringt Intuitive Surgical bereits seit vielen Jahren konstant steigende Umsätze und Gewinne ein. Tatsächlich agieren Chirurgieroboter noch nicht autonom, sondern werden über Joysticks und Pedale von geschulten Ärzten gesteuert. Die sogenannten Roboter sind Maschinen mit vier Operationsarmen, die entsprechend auf die Steuerung der Ärzte reagieren. Vorteil: Die Eingriffe erfolgen minimalinvasiv, sind also sehr präzise und sorgen bei den Patienten für eine schnellere Genesung.

Börsennotierte Unternehmen für medizinische Geräte – die Top zehn

10: Stryker (Umsatz 2019: 14,5 Milliarden USD)

Stryker ist ein unter defensiven Investoren äußerst beliebtes Unternehmen. Der breit diversifizierte Konzern aus den USA fertigt unter anderem künstliche Knie- und Hüftgelenke, Implantate und Schrauben für Knöchel und Wirbelsäulen sowie minimalinvasive Roboter für Knie- und Hüftoperationen. Auch Endoskope, also an Gummischläuchen befestigte Kameras für Untersuchungen und minimalinvasive OPs stellt Stryker her. Das Produktportfolio wird von Sortiment für OP-Räume wie z.B. Lampen oder Liegen ergänzt. Bis aufs Corona-Jahr 2020 wuchs der Umsatz der letzten acht Jahre konstant um acht bis zehn Prozent per annum. Entsprechend konstant wächst auch der Wert der Anteilsscheine. Die Dividendenrendite für 2021 beträgt liegt unter einem Prozent.

9: Philips (Umsatz 2019: 14,7 Milliarden USD)

Der niederländische Konzern Philips war früher vor allem für Lichttechnik, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik wie Fernseher oder DVD-Player bekannt. Im Zuge einer veränderten strategischen Ausrichtung wurden diese Sparten aber teilweise oder gänzlich veräußert bzw. ausgelagert. Neben Kleingeräten wie bspw. Zahnbürsten konzentrieren sich die Niederländer heutzutage insbesondere auf die Herstellung und den Vertrieb radiologischer Geräte. Damit sind sie einer der größten Wettbewerber von Siemens Healthineers. Zudem umfasst das Produktportfolio IT- und Telemedizin-Lösungen für Krankenhäuser, Gerätschaften zur Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen und technische Lösungen für das Monitoring von Patienten.

8: Cardinal Health (Umsatz 2019: 15,7 Milliarden USD)

Der US-Konzern Cardinal Health gehört zu den größten Healthcare-Unternehmen der Welt und ist insbesondere für seine große Pharmazie-Sparte bekannt. In der Fortune 500-Liste der umsatzstärkten Unternehmen weltweit belegt Cardinal Health Platz 14. Neben den pharmazeutischen Produkten gehört auch eine Medizintechniksparte zu dem Konzern. Darunter werden unter anderem OP-Instrumente, Überwachungsgeräte, Verbrauchsmaterialien wie z. B. OP-Handschuhe und Liegehilfen für Patienten gefasst. Negative Berühmtheit erlangte Cardinal Health durch die Verstrickung in die US-Opioidkrise. Im Skandal um süchtig machende Schmerzmittel wird der US-Konzern seit vielen Jahren durch juristische Auseinandersetzungen belastet; entsprechend wechselhaft gestaltet sich auch der Aktienkursverlauf der letzten Jahre.

7: Siemens Healthineers AG (Umsatz 2019: 16,1 Milliarden USD)

Siemens Healthineers ist die 2015 ausgegliederte Medizintechniksparte des Siemens-Konzerns. Der Firmenzusatz Healthineers setzt sich aus den englischen Begriffen „healthcare“, „engineer“ und „pioneer“ zusammen und steht sinnbildlich für die Unternehmensmission. Siemens Healthineers teilt sein Geschäft in drei Sparten, nämlich Imaging, Diagnostics und Advanced Therapies. Im Bereich Imaging (bildgebende Geräte) gilt Siemens sogar als Weltmarktführer. Hierzu zählen insbesondere Ultraschall-, Röntgen-, MRT- und CT-Geräte. Durch die Übernahme von Varian im April 2021 kann Siemens seinen Kunden nicht nur radiologische Diagnosegeräte, sondern nunmehr auch radiologische Behandlungsgeräte anbieten. Außerdem arbeitet man bereits an der technischen Umsetzung von Maschinen, die beide Funktionen direkt miteinander vereinen. Siemens Healthineers ist das nach Fresenius Medical Care zweitgrößte deutsche Medizintechnikunternehmen.

6: Becton, Dickinson and Company (Umsatz 2019: 17,3 Milliarden USD)

Becton Dickinson ist ein traditionsreiches US-amerikanisches Unternehmen, das seine Geschäftsaktivitäten in drei Bereiche aufgliedert. Im Bereich BD Medical bietet man verschiedene Injektions- und Infusionsprodukte, die einen hohen Standard der Patientensicherheit gewährleisten sollen. BD Life Sciences konzentriert sich dagegen mehr auf den Bereich Diagnose. Die Produkte sind vielfältig und reichen von Reagenzgläsern über Transportlösungen bis hin zu Analysegeräten inkl. dazugehöriger Software. Im dritten Segment BD Interventional werden beispielsweise Produkte für die Biopsie (Gewebeentnahme) und Drainage (Ableitung von Körperflüssigkeiten) vertrieben.

5: Fresenius Medical Care (Umsatz 2019: 19,3 Milliarden USD)

Fresenius Medical Care ist der weltweit führende Anbieter für Dialyseprodukte. Die Dialyse ist ein Blutreinigungsverfahren, welches bei Menschen mit chronischem oder akuten Nierenversagen lebensrettend ist. In diesem Bereich deckt Fresenius Medical Care die gesamte Wertschöpfungskette ab. Neben den entsprechenden Gerätschaften für die unterschiedlichen Dialysearten werden auch Verbrauchs- bzw. Einmalprodukte verkauft. Zudem betreibt die Fresenius Tochter auch weltweit über 4000 eigene Dialysezentren. Trotz des Umstandes, dass bei Dialysepatienten eine hohe Mortalitätsrate bei vorhandener COVID-19-Infektion zu verzeichnen war, konnten Umsatz und Gewinn in 2020 nahe dem Niveau von 2019 gehalten werden. Allerdings konnte die Aktie seit einer Gewinnwarnung im Jahr 2018 das damals erzielte Allzeithoch nicht mehr erreichen.

4: General Electric (Umsatz 2019: 19,9 Milliarden USD)

General Electric wurde 1890 von Thomas Edison, der (obwohl historisch nicht ganz korrekt) heutzutage als Erfinder der Glühbirne bekannt ist, gegründet. GE gilt als einer der größten Mischkonzerne der Welt. Neben der Herstellung und dem Vertrieb von Energieerzeugungsanlagen, Flugzeugturbinen, Beleuchtungsanlagen und Transportmitteln wie bspw. Zügen bedient man mit der Sparte GE Healthcare auch den Gesundheitsmarkt. Die Kernkompetenz von GE Healthcare liegen dabei vor allem im Bereich der Bildgebung. Ähnlich wie Siemens Heealthineers stellt man Ultraschall-, Röntgen- sowie MT- und CT-Geräte her. Daneben beschäftigt sich GE Healthcare mit der Erzeugung radiopharmazeutischer Mittel.

3: Abbott Laboratories (Umsatz 2019: 19,9 Milliarden USD)

Abbott Laboratories zählt zu den Schwergewichten der Medizintechnikbranche und gilt als Diagnostikspezialist. Kein Wunder also, dass man stark von der Corona-Pandemie profitieren konnte, da Diagnose- und Test-Lösungen extrem gefragt waren und auch immer noch sind. Daneben sind die Testprodukte von Abbott im Bereich der Krebsfrüherkennung und der Diagnose von Erbkrankheiten im Einsatz. Im Bereich der Versorgung von Diabetespatienten unterstützt Abbott Betroffene und Kliniken mit Mess- und Überwachungsgeräten. Ein weiteres Steckenpferd der US-Amerikaner sind Produkte für kardiovaskuläre Erkrankungen wie künstliche Herzklappen oder Herzschrittmacher.

2: Johnson & Johnson (Umsatz 2019: 26,0 Milliarden USD)

Johnson & Johnson ist, bei kombinierter Betrachtung seiner Segmente Pharmazie- und Medizintechnik, der weltweit größte Gesundheitskonzern. Zudem ist man im Konsumgüterbereich aktiv. Das Sortiment im Bereich Medizintechnik ist sehr umfassend. Die Amerikaner führen etwa orthopädische Produkte wie künstliche Gelenke, Lösungen für das Messen und Überwachen von Diabeteserkrankungen sowie diverse Augenprodukte wie Einwegkontaktlinsen im Sortiment. Zukunftspotential ergibt sich durch den Einstieg in den Bereich der OP-Roboter, wo man dem Marktführer Intuitive Surgical Paroli bieten will. Unter defensiven Anlegern gilt Johnson & Johnson als äußerst beliebt, da die Dividende seit über 50 Jahren konstant angehoben wird. Zudem ist man, zusammen mit Microsoft, das weltweit einzige Unternehmen mit einem AAA-Rating von Standard & Poor’s, was ein Zeugnis der außergewöhnlich hohen Solvenz darstellt.

1: Medtronic (Umsatz 2019: 30,9 Milliarden USD)

Den Spitzenplatz unserer Liste belegt der in Irland sitzende Großkonzern Medtronic. Medtronic hat sich vor allem auf den Bereich der Herzgesundheit fokussiert und gilt in diesem Bereich als Pionier, denn der erste batteriebetriebene Herzschrittmacher wurde vom Gründer Earl Bakken erfunden. Heutzutage wird fast die Hälfte aller weltweit implantierten Herzschrittmacher vom irischen Konzern gefertigt. Neben Herzklappen, Herzpumpen und diversem Equipment für minimalinvasive Eingriffe ist Medtronic auch Marktführer bei Beatmungsgeräten. Komplettiert wird das Portfolio durch Diabetesprodukte wie Insulinpumpen sowie Zubehör für Rücken- und Gehirnoperationen. Medtronic investiert jährlich einen hohen einstelligen Umsatzbetrag in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte. Kein Wunder also, dass man wie Johnson & Johnson den Einstieg in den Bereich der Operationsroboter wagen will.

Börsennotierte Unternehmen für medizinische Geräte – Fazit

Medizintechnikunternehmen sollten in keinem diversifizierten Portfolio fehlen. Die Branche besticht generell durch eine stabile und krisensichere Nachfrage, hohe Innovationskraft und Zukunftsträchtigkeit. Zudem sind die meisten Unternehmen auch hinsichtlich ihrer verschiedenen Umsatzquellen bzw. Produkte gut diversifiziert. Und nicht zu vergessen: Die meisten eben erwähnten Unternehmen zahlen eine ansehnliche Dividende.