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Im Zuge des weltweit gestiegenen Bewusstseins für die Themen Klima, Umweltschutz und Nachhaltigkeit kommt neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der Mobilitätswende vor allem dem Waste Management eine entscheidende Bedeutung hinzu. Waste Management bedeutet auf Deutsch Abfallwirtschaft, also alle im Zusammenhang mit der Vermeidung, Entsorgung und dem Recycling von Müll anfallenden Aufgaben und Prozesse. Das hört sich für viele Investoren im ersten Moment vielleicht nicht nach einem attraktiven Geschäftsmodell an, allerdings kann die Abfallwirtschaft durchaus lukrativ sein. Zudem ist diese zu großen Teilen unzyklisch, also nicht von der aktuellen Konjunkturlage abhängig. Weiterer Vorteil: Die starken Burggräben der Unternehmen und der hohe ESG-Score. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen einige der größten Aktienkonzerne für Waste Management vor. Zunächst wollen wir aber kurz darauf eingehen, welche verschiedenen Tätigkeitsgebiete es in der Abfallwirtschaft überhaupt gibt.

Die Abfallwirtschaft: Von der Klärschlammverbrennung bis hin zum Recycling

Die Abfallwirtschaft hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Früher waren Entsorgungsunternehmen, wie der Name es schon suggeriert, bloß dafür zuständig, den Müll zu entsorgen. Dies geschah auf dem einfachsten aller möglichen Wege, nämlich durch das Deponieren von Abfällen auf riesigen Halden. Dies hat sich mittlerweile geändert. Heutzutage geht es vielmehr darum, Müll so gut es geht zu verwerten und dabei im Hinblick auf den Umweltschutz ressourcenschonend sowie effizient zu agieren. Das durch die Politik vorgegebene Ziel ist das Entstehen einer Kreislaufwirtschaft, in der keinerlei Ressourcen unnötig verschwendet werden. Bestimmte Stoffe wie Papier, Kartonagen und andere Materialien auf Cellulosebasis werden beispielsweise recycelt und auf direktem Wege wiederverwendet. Wiederum andere Abfälle können durch hochmoderne Verfahren zur Erzeugung von Biokraftstoffen oder Zementgranulat verwendet werden. Nicht auf direktem Wege wiederverwendbare Reste, wie sie etwa oftmals in der Industrieproduktion anfallen, werden durch thermische Verfahren behandelt. Auch die Klärschlammverbrennung, also das Verfeuern von Überresten aus der Abwasserreinigung, zählt hierzu. Die gewonnene Wärme kann dann zur Erzeugung von Strom- und Heizenergie benutzt werden.

Bekannte Aktienkonzerne für Waste Management

Der Platzhirsch: Waste Management

ines der größten Aktienkonzerne für Waste Management ist das gleichnamige Unternehmen aus den USA. Die Marktkapitalisierung des im S&P 500 gelisteten Abfallkonzerns beträgt zurzeit über 65 Milliarden USD, der Umsatz betrug im Jahr 2020 ca. 15 Milliarden USD. Unter vielen Anlegern ist das Unternehmen deshalb so beliebt, weil es gerade in Krisenjahren den S&P 500 regelmäßig geschlagen hat. Zudem ist die hohe Beteiligung von Bill Gates an dem Unternehmen (etwa 7% des Gesamtvermögens der Bill and Melinda Gates Foundation) unter vielen Anlegern gern gesehen.

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EWaste Management ist das größte Unternehmen für Abfallentsorgung und Reclycling in den USA. Sowohl in allen US-Bundesstaaten als auch in Kanada ist das Unternehmen vertreten. Auch hinsichtlich der eigenen Umsatzquellen ist Waste Management gut diversifiziert und innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette platziert. Die Erlöse verteilen sich auf folgende Tätigkeitszweige:

  • Aufsammeln von Müll,
  • Verdichten und Aggregieren des gesammelten Mülls,
  • Deponieren von Müll,
  • Recycling und
  • weitere Tätigkeiten (z. B. Gewinnung von Strom aus Müll).

Year-to-date lassen die Anteilsscheine von Waste Management mit einer starken Rendite von über 30 Prozent viele frühere Highflyer aus dem Technologiesektor weit hinter sich. Kein Wunder, denn nach einigen Jahren von eher mäßig gestiegenen Umsätzen und Gewinnen ziehen beide Kennzahlen seit Anfang des Jahres mit zweistelligen Raten an. Aktuell liegt das erwartete KGV daher auch deutlich über dem historischen Durchschnitt. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei etwa 1,40 %.

Der größte Entsorgungsbetrieb der Welt: Veolia

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VGemessen am erzielten Umsatz (2020 etwa 26 Milliarden Euro) ist Veolia der größte Betrieb für Abfallwirtschaft weltweit. Da die Gewinnmargen aber deutlich schlechter sind als beim US-amerikanischen Pendant Waste Management, liegt die Marktkapitalisierung bei aktuell „nur“ knapp unter 20 Milliarden Euro.

eolia ist weltweit in über 67 Ländern in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. Neben der Trinkwasserversorgung und -aufbereitung sind dies die eigentliche Abfallentsorgung und die Energieversorgung mittels Fernwärme, welche durch die Verbrennung von Müll betrieben wird.

In der Langfristbetrachtung war die Rendite mit Veolia-Aktien eher dürftig. Während der Preis pro Aktie vor der Finanzkrise 2007 bei knapp 60 Euro notierte, sind es aktuell nur knapp unter 30 Euro. Zumindest seit dem kurstechnischen Tiefpunkt 2011 geht es aber wieder aufwärts. Die Jahresrendite 2021 liegt bei starken 40 Prozent. Zukünftige Kursfantasien entstehen unter anderem durch die so gut wie beschlossene Übernahme des französischen Konkurrenten Suez (zweitgrößter Müllkonzern der Welt) und dadurch entstehende Synergieeffekte. Noch muss allerdings die EU-Kommission zustimmen.

Spezialist für Batterierecycling: Umicore

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Umicore ist ein belgischer Materialtechnologie- und Recyclingkonzern mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von über zehn Milliarden Euro und einem 2020 erzielten Umsatz von 20 Milliarden Euro. Wer schon einmal in physisches Gold investiert hat, kennt eventuell die mit dem Umicore-Logo geprägten Goldbarren.

Die Geschäftssparten der Belgier lassen sich in drei verschiedene Bereiche unterteilen. Im Segment Catalysis werden unter anderem die Herstellung und Wiederverwertung von Katalysatoren für die Automobilindustrie und die Schifffahrtsbranche ausgewiesen. Energy & Surface Technologies beschreibt hingegen die Herstellung von Vorprodukten für Batterien, die beispielsweise für Elektro- und Hybridfahrzeuge genutzt werden. Für die meisten nachhaltig ausgerichteten Anleger am interessantesten ist der dritte Bereich, der Recycling genannt wird. Hierunter fällt unter anderem das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien für E-Autos. Dieser Bereich ist besonders wichtig, um die Nutzung von Elektroautos über den kompletten Lebenszyklus nachhaltig gestalten zu können. Mit zunehmender Verbreitung von E-Autos dürfte die Relevanz von Umicores Kompetenzen weiter zunehmen.

Umicore kann seit Jahren seine Umsätze konstant über zehn Prozent per annum steigern. Allerdings schwanken sowohl die erzielten Gewinne als auch die ausgeschüttete Dividende sehr stark. Auf fünf Jahre beträgt die erzielte Rendite 60 Prozent, im Jahr 2021 sind es immerhin noch zehn Prozent.

Gut gerüstet für die Kreislaufwirtschaft: Tomra Systems

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Das norwegische Unternehmen Tomra Systems zählt mit einer Markkapitalisierung von zurzeit fast neun Milliarden Euro noch nicht zur unmittelbaren Spitzengruppe der Waste Management Unternehmen, doch dies kann sich in den nächsten Jahren ändern. Denn die Skandinavier konnten ihren Umsatz seit Jahren konstant um fünf bis fünfzehn Prozent pro Jahr steigern und aktuell deutet nichts darauf hin, dass eine Verlangsamung des Wachstumstempos eintritt. 2020 betrug der Umsatz fast zehn Milliarden Kronen, was etwa 960 Millionen Euro entspricht.

Auch wenn Ihnen das Unternehmen vielleicht noch unbekannt ist, sind Sie mit Sicherheit schon mit Produkten von Tomra in Berührung gekommen. Denn die Norweger sind mit über 70 % Marktanteil der weltweit größte Hersteller von Pfandautomaten. Durch regelmäßige Einnahmen für Wartungsarbeiten hat das Geschäftsmodell einen stark antizyklischen Charakter, was man auch daran sieht, dass Umsatz und Gewinn im Coronajahr 2020 konstant geblieben sind. Da sich immer mehr Länder für die Einführung von Pfandsystemen entscheiden, wächst der adressierbare Markt für Tomra konstant. Erst dieses Jahr haben beispielsweise die Niederlande eine Pfandpflicht auf Dosen und Kunststoffflaschen eingeführt. Das zweite Standbein von Tomra sind hochmoderne und vollautomatisierte Sortieranlagen für die Lebensmittel-, Bergbau- sowie die Recyclingindustrie. Tomra ist somit einer der Schaufelverkäufer für die Kreislaufwirtschaft.

Die Aktie von Tomra ist ein echter Dauerläufer. Allein im Jahr 2021 beträgt die Rendite zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels starke 40 %. Auf fünf Jahre gerechnet sind es sogar 600 %, was durchschnittlichen Kurszuwächsen von 47 % per annum entspricht. Allerdings sollten Anleger beachten, dass die Aktie mit einem KGVe 81 von im historischen Vergleich aktuell sehr teuer bewertet ist.

Der Hot Stock: Carbios

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Der französische Hot Stock Carbios ist zwar von seiner Marktkapitalisierung her noch sehr klein (um die 500 Millionen Euro) und erzielt quasi noch keine eigenen Umsätze. Sollte die Technologie, an der das Unternehmen forscht, allerdings eines Tages die Marktreife erreichen, könnte Carbios ein raketengleicher Aufstieg bevorstehen.

Carbios forscht an einer Lösung, die es ermöglichen soll, Plastikflaschen mit speziellen Enzymen innerhalb von nur wenigen Stunden zersetzen zu lassen. Dies würde einer Revolution im Bereich des Kunststoffrecyclings gleichen. Mit Nestle, Pepsi und L’Oreal sind bereits echte internationale Schwergewichte mit Carbios in engem Kontakt und zeigen großes Interesse an den möglicherweise weltverändernden Lösungen. L’Oreal gehört auch zu den Großaktionären des Unternehmens. Im Juni ließ eine Meldung aufhorchen, wonach bereits erste Musterflaschen auf Basis des speziellen, recycelbaren Kunststoffes von Carbios erfolgreich hergestellt werden konnten.

Bei Carbios sollten potenzielle Anleger unbedingt beachten, dass es sich derzeit um ein hochspekulatives und ebenso hoch defizitäres Unternehmen handelt, welches aktuell noch regelmäßig neue Aktien ausgeben muss, um sich refinanzieren zu können. Auf fünf Jahre liegt die Rendite der Carbios-Aktien bei über 300 %. Year-to-date müssen sich Anleger allerdings mit einer negativen Kursperformance begnügen.